Ulrike Schönball | Fachtierärztin für Kleintiere in Meldorf

Thema_des_Monats   

Das aktuelle Thema im Februar:

Bartagamen

Bartagamen sind mittelgroße bis große Echsen, welche eine Gesamtlänge von 30 bis 60 cm erreichen. Sie kommen ausschließlich in Australien vor, und besiedeln dort trockene Gebiete. Sie sind wechselwarm, tagaktiv, und bevorzugen eine durchschnittliche Umgebungstemperatur von 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 30 - 40 %. In der Natur sind Bartagamen ausgesprochene Einzelgänger, die ein klar abgestecktes Gebiet für sich beanspruchen, jeden Eindringling als Angreifer verstehen und sich lediglich in der Paarungszeit Vergesellschaften. Daher können die Tiere in Gefangenschaft durchaus allein in einem Terrarium gehalten werden. Sollte dennoch eine Gruppenhaltung erwünscht sein, sind zwei oder mehr Weibchen die sinnvollste Zusammenstellung. Weibchen vertragen sich in der Regel problemlos, solange sie sich in Größe, Dominanz und Stärke ebenbürtig sind. Allerdings sollte das Terrarium eine nicht zu geringe Fläche aufweisen, damit die Tiere genug Raum haben, um sich zurückzuziehen. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten muss dringend abgeraten werden, da Bartagamen bereits bei ihren eigenen Artgenossen hin und wieder zu aggressivem Verhalten neigen.

Bartagamen werden im Durchschnitt 10 bis 15 Jahre alt. Sie ruhen gerne auf Baumstämmen und Zaunpfählen. Bei Bedrohung flachen die Tiere ihren Körper ab, dehnen Kehle mitsamt Bart durch Muskelkontraktion aus und öffnen das Maul.

Fütterung:
Bartagamen sind Allesfresser. Ihr Nahrungsspektrum umfaßt kleine Wirbeltiere, Wirbellose, Blätter, Blüten und Früchte. In Gefangenschaft sollte Lebendfutter nur zwei- bis dreimal in der Woche angeboten werden, denn die Tiere neigen zur Verfettung und damit zu Leberproblemen. Vegetarische Kost sollte dagegen täglich in bunter Mischung verfüttert werden. Nicht auf den Speiseplan gehören Reis, Getreide- und Milchprodukte, Nudeln, Pilze oder Eier, außerdem kein Gras, sondern höchstens Heu.
Rohes Fleisch sollte auch nicht verfüttert werden. Eine Ausnahme bilden Babymäuse oder – ratten, welche geschwächte Tieren angeboten werden können.
In der Natur versorgen sich Bartagamen mit Wasser überwiegend durch die Aufnahme von Pflanzen und Tau. In Gefangenschaft werden sie daher lieber die Flüssigkeit aus gebogenes Salatblättern als aus einer Schale nehmen. Alternativ kann das Grünfutter nach dem Abwaschen unter frischem Leitungswasser auch feucht angeboten werden.

Bartagame 4

Eine Kotuntersuchung ein- bis zweimal jährlich ist ratsam, um einen Parasitenbefall frühzeitig zu erkennen und Folgeschäden zu vermeiden.

Winterruhe:
Die Winterruhe sorgt für ein optimales Wachstum, einen gesunden Stoffwechsel, ein aktives Immunsystem und eine ausreichende Hormonproduktion, welche nicht zuletzt auch eine erfolgreiche Nachzucht ermöglicht. Sie sollte daher auch in Gefangenschaft eingehalten werden. Kranke, verletzte, trächtige oder geschwächte Tiere sollten jedoch ausgeschlossen werden. Neben der aufmerksamen Beobachtung schafft eine Kotuntersuchung zusätzliche Sicherheit hinsichtlich des Gesundheitszustandes der Tiere.
Zum Einleiten der Winterruhe wird Lebendfutter etwa drei Wochen vorher vom Speiseplan gestrichen. Oft zeigen die Bartagamen ihre Bereitschaft zur Winterruhe selbst an, indem sie sich weniger bewegen und phasenweise eingraben. Anfang bis Mitte November wird dann damit begonnen, die Temperatur im Terrarium langsam abzusenken, um innerhalb von 14 Tagen eine Umgebungstemperatur von optimalen 16 bis maximalen 20 Grad tagsüber und 12 bis 15 Grad nachts zu erreichen. In dieser Zeit sollte die Fütterung ganz eingestellt werden, damit die Tiere sich entleeren können. Spots und Wärmestrahler können abgeschaltet werden, Lichtquellen sollten tagsüber 6 bis 8 Stunden brennen, um den Wechsel der Tageszeiten zu simulieren.
Nach zwei bis drei Monaten wird über zwei Wochen die Temperatur in überschaubaren Schritten wieder erhöht, bis das vorherige Niveau erreicht ist. Werden die Tiere munter, können kleine Futtermengen angeboten werden.

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Rückblick: Das aktuelle Thema im Januar:

Nierenleiden werden oft zu spät erkannt!

Ihr Hund oder Ihre Katze trinkt mehr als sonst und muss auch häufiger Wasser lassen? Das sollte Sie hellhörig machen. Denn diese  Symptome könnten erste Anzeichen für eine Niereninsuffizienz sein. Wird sie früh erkannt, kann sie gut behandelt werden. Ist sie bereits fortgeschritten, ist sie lebensbedrohlich für Ihr Tier.

Welche Aufgaben haben die Nieren?
Hund und Katze haben zwei dieser Organe, die aus Nephronen bestehen – kleine „Bausteine“, deren Aufgabe es ist, das Blut zu filtern und giftige Stoffe über den Urin auszuscheiden. Außerdem halten sie den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt aufrecht.

Niereninsuffizienz: Eine häufige Todesursache bei Katzen
Die genaue Ursache einer Nierenschädigung – vor allem einer chronischen – kann in vielen Fällen nicht festgestellt werden. Die Auslöser sind vielfältig. Mit zunehmendem Alter des Tieres lässt die Fähigkeit der Nephrone nach, sich selbst zu erneuern. Aufgrund des Alters, aber auch aufgrund von Infektionserregern kann es zum Nierenleiden kommen. Generell sind Katzen für Nierenversagen anfälliger als Hunde. Es gehört für unsere Samtpfoten zu den häufigsten Todesursachen. Nicht zuletzt weil die Symptome meist viel zu spät erkannt werden.

sitzende Katze

Die Symptome:
Früh erkannt, retten sie LebenErste Anzeichen sind neben den oben genannten z.B. Gewichtsverlust, Lustlosigkeit, Durchfall, Appetitmangel oder Erbrechen sowie schlechter Zustand von Fell und Haut. Nur der Tierarzt kann eine eindeutige Diagnose stellen. Dazu gehören die Allgemeinuntersuchung sowie der Check von Blut und Urin. Manchmal sind Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen oder Biopsien nötig. Wird frühzeitig eine Niereninsuffizienz diagnostiziert, kann der Organismus mit einer homöopathischen Behandlung und einer Diät unterstützt werden und dem Tier oft gut geholfen werden.

Daher kann ein regelmäßiger Check Ihres Tieres durch Ihren Tierarzt, in der Regel ab dem 6.- 8. Lebensjahr, Schlimmeres verhindern.

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